Der Epikutantest mit Finn Chambers® on Scanpor® (FCS)
Gebrauchsanleitung
Das Epikutantestpflaster Finn Chambers on Scanpor ist bestimmt für die Anwendung
durch einen Arzt oder unter der Aufsicht eines Arztes.
Allergische Reaktionen auf das Kammermaterial Aluminium und auf Scanpor-Pflaster
sind selten. Gelegentlich sind jedoch Kontaktsensibilisierungen auf Aluminium berichtet
worden. Ursache für solche Aluminium-Sensibilisierungen kann zum Beispiel eine Impfung
oder Spezifische Immuntherapie bei Typ I – Allergie mit einem aluminiumhaltigen
Produkt sein.
Beim Abziehen des Pflasters kann die Haut mit einer leichten mechanischen Reizung
reagieren, die als Hautrötung (Erythem) an der Fläche sichtbar wird, an der das
Pflaster gesessen hat.
Für die meisten Epikutantestsubstanzen wird weißes Vaselin als Vehikel verwendet.
Finn Chambers on Scanpor können mit den meisten kommerziell erhältlichen Epukutantestsubstanzen
verwendet werden.

Da wässrige Quecksilberverbindungen mit Aluminium chemisch reagieren können, stehen
für die Epikutantestung von wässrigen Quecksilberverbindungen Polypropylen-beschichtete
Aluminiumkammern zur Verfügung. Quecksilberverbindungen in Vaselin reagieren nicht
mit Aluminium. Aluminium kann die Polymerisation von Acrylatmonomeren fördern. Bei
der Epikutantestung von Lösungen von Ethylcyanacrylat in Aceton mit Aluminiumkammern
wurden falsch negative Testreaktionen beobachtet.
Einbringen der Testsubstanzen in die Kammern der Testpflaster
Bringen Sie auf dem oberen Rand des Pflasters eine Markierung so auf, dass die Reihenfolge,
in der die Testsubstanzen in die Kammern eingebracht werden, eindeutig zuzuordnen
ist. Entfernen Sie das Schutzpapier und legen Sie das Pflaster mit den Kammern nach
oben auf die Arbeitsplatte oder auf das Tablett. Lassen Sie den Streifen des Schutzpapiers
wie vorgesehen am Pflaster, bis Sie das Pflaster auf die Haut des Patienten kleben.
Fassen Sie das Pflaster jetzt nur noch an diesem Streifen des Schutzpapiers an;
vermeiden Sie den direkten Kontakt mit der Klebefläche des Pflasters.
Tipp
Wenn Sie die Pflaster mit dem markierten Ende auf der linken Seite vor sich hinlegen,
können Sie die Kammern in „normaler Schreibrichtung“ von links nach rechts füllen.
Bei den Testpflastern mit der Doppelreihe füllen Sie erst die obere Reihe und danach
die untere Reihe.
Testsalben können direkt in die Kammer gefüllt werden. Es wird eine Salbenmenge
eingebracht, die die das Kammervolumen zu etwas mehr als die Hälfte ausfüllt (entsprechend
einem Salbenstrang von 5 mm bei einem Durchmesser der Spritzentülle von 2 mm). Bei
Testsalben muss kein Filterpapierscheibchen in die Kammer gelegt werden.
Tipp - Ist zu viel Testsalbe in die Kammer gelangt, kann der Überschuss
mit einem Zahnstocher herausgenommen werden.
Zur Testung von Lösungen muss zunächst eine Filterpapierscheibe in die Kammer gelegt
werden. Das Filterpapier wird gut feucht gemacht, ohne das ein „Flüssigkeitsberg“
in der Kammer steht. Ist zu viel Flüssigkeit in der Kammer, muss der Überschuss
mit saugfähigem Papier (z. B. Papiertaschentuch) entfernt werden. Der Test muss
innerhalb weniger Minuten nach dem Einbringen der Testlösungen in die Testkammern
aufgeklebt werden. Das Filterpapier darf nicht trocknen, da dies zu schwachen oder
falsch negativen Testreaktionen führen kann. Außerdem können die wieder trockenen
Filterpapierscheiben beim Hochheben des Pflasters von der Arbeitsfläche aus der
Kammer fallen.
Tipp - – Es wird empfohlen, die letzte(n) Kammer(n) in einer Testreihe
den flüssigen Testsubstanzen (z. B. Formaldehyd in Wasser) vorzubehalten. Das verhindert
das Risiko des Austrocknens.
Aufbringen des Tests auf die Haut
Die Tests werden auf gesunde Rückenhaut aufgebracht. Diese sollte vorher nicht eingecremt
worden sein und auch nur wenig natürliches Hautfett (Sebum) haben. Es ist empfehlenswert,
dass der Patient am Morgen bevor der Test auf den Rücken geklebt wird, duscht oder
ein Bad nimmt. Falls notwendig kann die Haut aber auch vor dem Aufkleben des Tests
mit Alkohol abgerieben werden. Es ist jedoch wichtig, dass der Alkohol vollständig
abdampft bevor der Test aufgeklebt wird. Beim Aufkleben sollte der Patient mit ganz
leicht vorgebeugtem Rücken entspannt sitzen oder stehen.
Der bevorzugte Testort ist der obere Rückenbereich, wobei die Mittellinie (Wirbelsäule)
frei bleibt. Das Pflaster wird zunächst am unteren Ende aufgeklebt, und dann von
unten nach oben auf die Haut gestrichen. Dabei soll Luft entweichen können, so dass
sich keine Luftblasen unter dem Pflaster bilden. Leichtes Andrücken der Testkammern
bewirkt, dass die Testsalben in der Kammer über die Testfläche gleichmäßig verteilt
werden. Danach das Pflaster mit der Handfläche an die Haut reiben und drücken. Hierbei
besonders die Pflasterkanten besonders andrücken. Während des ersten Tages nach
dem Aufbringen des Tests sollte der Patient übermäßige körperliche Aktivitäten vermeiden
und nicht Duschen.
Die Position der Pflaster auf dem Rücken kann z. B. mit einem Hautmarker angezeichnet
oder mit Pflasterstreifen markiert werden.
Abnehme der Tests
Die Testpflaster werden nach einem (24 Stunden) oder zwei (48 Stunden) Tagen abgenommen.
Vor dem Abnehmen der Pflaster sollten die Pflastermarkierungen überprüft und gegebenenfalls
erneuert werden. Wenn immer es möglich ist, sollte der Patient zum Abnehmen der
Pflaster in die Klinik oder die Arztpraxis kommen. Falls der Patient die Pflaster
selbst abnimmt, sollte er darauf hingewiesen werden die Reste angemessen zu vernichten.
Sofort nach dem Abnehmen der Pflaster sollten die Kammerränder als ringförmige Abdrücke
sichtbar sein. Die ringförmigen Abdrücke sind ein Indiz für Okklusion über die Testzeit,
und ein Hinweis auf die Wertigkeit des Tests, insbesondere bei negativen Testreaktionen.
Ablesen der Testreaktionen
Die Testreaktionen sollten frühestens 20 Minuten nach dem Abnehmen der Pflaster
abgelesen werden. Weitere Ablesungen folgen an den Tagen 3 – 7 nach dem Aufkleben.
Das Vergleichen der Testreaktionen im Zeitverlauf hilft, zwischen allergischen Reaktionen
und irritativen Reaktionen zu unterscheiden.
Die Ableseschablone kann die Zuordnung der Testreaktionen zu den getesteten Substanzen
unterstützen. Dafür muss die Schablone so an die Markierung auf der Haut angelegt
werden, dass die ausgestanzten Löcher in der Schablone über die Testareale passen.
Lagerung
Finn Chambers on Scanpor sollen bei Raumtemperatur gelagert werden. Ist das Pflaster
zu kalt, verringert dies die Klebekraft.
Download: Gebrauchsanleitung